Isolde Renner-Rosentreter verlässt die Diakonie Enzkreis

Isolde Renner-Rosentreter

In der Diakonie Enzkreis und im Kirchenbezirk Mühlacker steht eine Veränderung an. Nach 19 Jahren in Leitungsaufgaben verändert sich Isolde Renner-Rosentreter beruflich zum 01. Juni 2019.

Mehr wieder den direkten Kontakt
Der Zeitpunkt ist gut gewählt. Die Veränderungen in den Strukturen der Diakonie im Enzkreis sind soweit abgeschlossen. Frau Renner-Rosentreter, die diese Veränderungen und die Fusion zur Diakonie Enzkreis begleitet und mitgestaltet hat, möchte sich nun nach anderen Aufgaben umschauen. „Ich möchte gerne den Beruf, wie ich ihn gelernt habe, nämlich Menschen begleiten und beraten, wieder mehr ausüben und darauf meinen Schwerpunkt setzen. Möglichst weniger Aufgaben im Bereich Verwaltung und Organisation, sondern mehr der direkte Kontakt mit Menschen“, so das Anliegen der Sozialpädagogin. Um dies zu tun, wechselt sie in die Beratungsstelle für ältere Menschen und deren Angehörige in Pforzheim und dem westlichen Enzkreis.

Sehr gern in Mühlacker gewesen
Ganz grundsätzlich ist Renner-Rosentreter „sehr gern hier in Mühlacker“ gewesen. Unter anderem liegt dies an den kurzen Wegen, die sich darin zeigen, dass vieles zu Fuß erreichbar ist. Sei es für die Klienten, sei es in der Zusammenarbeit mit anderen Akteuren im sozialen Bereich, dem kurzen Draht zu Einrichtungen und Diensten, mit denen die Sozialpädagogin in unterschiedlichsten Kontexten zusammengearbeitet hat. Dazu, dass sich Renner-Rosentreter in Mühlacker so wohl gefühlt hat, haben vor allem die Menschen beigetragen, die sie immer engagiert, freundlich und offen erlebte. Persönliche Kontakte im Alltag haben dazu geführt, dass sie sich ein Stück weit zu Haus gefühlt hat.

Begeistert vom Miteinander
„Ich habe immer engagierte Menschen getroffen, Menschen mit Ideen bei denen ich mitmachen konnte oder Dinge initiieren, für die sich Mitstreiter fanden“ zieht Isolde Renner-Rosentreter Bilanz. Sie hätte auch nie die das Gefühl gehabt, gegen Wände zu laufen. Vor allem das Zusammenwirken im sozialen Netzwerk, mit der Verwaltung, den Ämtern und dem Team der Diakonie Enzkreis war ihr wichtig, mit denen sie gemeinsam Aufgaben und Projekte umsetzen konnte. Sie habe viel Unterstützung innerhalb des Kirchenbezirks Mühlacker wahrgenommen, so Renner-Rosentreter, „offene Ohren und Herzen bei der Unterstützung von Projekten, z.B. der Gründung des Tafelladens“. Rund 100 Ehrenamtliche engagieren sich in den Projekten der Diakonie in Mühlacker, bei Madita und im Tafelladen, und das über viele Jahre hinweg. Ihr war es immer ein Anliegen, Menschen mit dem gleichen Anliegen an einen Tisch zu bekommen, denn „jeder für sich allein kann nicht so viel erreichen, wie wenn sich mehrere Partner zusammentun“. Sie freut sich, ein Teil dieses Engagements für Menschen gewesen zu sein und zum Miteinander beigetragen zu haben.

Begegnung als zentrales Element
Das Thema Begegnung ist ihr in der Zeit in Mühlacker wichtig geworden, Orte zu schaffen, wo Menschen, Fachleute, Klienten, Spendende, Empfangende und Unterstützende einander begegnen können. Deshalb brachte sie gemeinsam mit den Ehrenamtlichen von Madita und den hauptamtlich Tätigen der Diakonie Enzkreis den Treffpunkt Madita auf den Weg. Madita, der soziale Laden ist mehr, „nicht nur der Verkauf von Second Hand-Artikeln, sondern dass Menschen sich mit ihren Fähigkeiten einbringen können und sich alle möglichen Leute begegnen“.

In der Beratungsstelle konnte Renner-Rosentreter ihre Ideen umsetzen und gestalten, wofür sie sehr dankbar war. Dazu gehört der Tafelladen, der sich lebensnah dem Thema Armut und soziale Gerechtigkeit stellt; ein Thema, das für die stellvertretende Geschäftsführerin der Diakonie Enzkreis immer wichtig war und wo es ihr möglich war, dies zur Sprache brachte. 
Auch dass die Dienststelle in der Hindenburgstraße eine Anlaufstelle für verschiedenste Fragen ist, die manches Mal mit „Ich weiß nicht, ob ich hier richtig bin ...“ begonnen haben, und damit einhergehend ein ansprechbar sein für viele Themen im sozialen Bereich, von der Einzelberatung für Probleme in Ehe und Familie bis hin zu existenziellen Fragen wie Schulden und dafür konkrete Hilfsangebote bieten zu können, zeigt wie hier christliche Nächstenliebe praktiziert wird.


Jetzt ist es gut
Auf die Frage, mit welchem Gefühl sie gehe, Antwort die Sozialpädagogin mit einem zufriedenen Lächeln: „Ich gehe zufrieden. Die Arbeit habe ich sehr gerne gemacht. Aber ich habe das Gefühl, dass es gut ist, dass jemand anders neue Impulse setzt für die Diakonie“. Sie gehe aber auch im Wissen, dass Diakonie und Kirche weiterhin Themen ins Bewusstsein heben muss. So sind die zunehmenden Probleme mit immer teurer werdendem Wohnraum in Verbindung mit zunehmend prekären Beschäftigungsverhältnissen, ein solches. Menschen sind gezwungen, im Niedriglohnbereich zu arbeiten, der eine menschliche Existenz nicht zulässt, „eben auch weil das wohnen immer teurer wird“.
Und einen Wunsch hat sie für die Diakonie im Enzkreis und konkret die Dienststelle in Mühlacker: „Dass die Dienststelle in der Hindenburgstraße weiterhin ein lebendiges kleines Zentrum in Mühlacker ist, wo Menschen gerne hinkommen, was aber auch in das Gemeinweisen Mühlacker und Region ausstrahlt“.